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Hospizbewegung-Hilden :: Nachrichten
Hospiz-Nachrichten Nr. 13 (2010)

Grundseminar Frühjahr 2010

                . . . Hospizbewegung Hilden . . .

                                                 . . . ich bin bewegt worden . . .


Wann und wie es angefangen hat, weiß ich nicht mehr.
Vielleicht war es die 45 meines Geburtstages im Januar, die dunkle kalte Jahreszeit, vielleicht auch die Beobachtung, dass sich die Hilfseinsätze bei meinem fünfundsiebzigjährigen Vater und meiner pflegebedürftigen Mutter zusehends häuften.
Es brauchte dann nur noch die Broschüre der Hospizbewegung Hilden e.V., damit ich mich auf den Weg machte, um – natürlich völlig unverbindlich – Mitglied in besagtem Verein zu werden.
Ich wollte mich dem Thema Leben – Sterben – Tod annähern.
Im Erstgespräch mit der Koordinatorin Frau Hein bot sie mir ein weiteres Treffen in häuslicher Umgebung an.
Im Verlauf dieses Besuches, bei dem es zunächst um formale Dinge wie Patientenverfügung und Vollmachten ging, brachte Frau Hein das Angebot eines Grundseminars mit dem Thema „Leben – Krankheit – Sterben – Tod und Trauer“ zur Sprache. Sowohl der Inhalt des Gespräches als auch die positive Ausstrahlung von Frau Hein hat mich so sehr angesprochen, dass meine Neugier und mein Interesse geweckt waren.
Ich meldete mich für das nächste Grundseminar im Februar an.
Mit großer Anspannung und einer gehörigen Portion Motivation ging ich zum ersten Treffen.

Wem oder was würde ich dort begegnen?

In den folgenden drei Monaten, in denen ich wöchentlich zum Seminar fuhr, lernte ich auf vielfältige und facettenreiche Weise Menschen, Erfahrungen, Methoden, Texte und Sinneserfahrungen kennen.
Fester Bestandteil der Abende war z. B. das Legen einer Mitte, um für eine wohlige Atmosphäre in der Runde zu sorgen. Verschiedenste Materialien und Gegenstände wurden von den Teilnehmern mitgebracht: Blumen, Kerzen, Steine, etc.
Zu Beginn des Abends wurden in der Regel Stilleübungen wie Meditationen oder Atemtechniken durchgeführt.
Im Verlauf des Abends wechselten sich Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten ab.
Dabei näherten wir uns durch verschiedenste Methoden den Begriffen Leben – Sterben – Tod und Trauer an, setzten uns damit auseinander.

Übungen eigener Körpererfahrungen, der Auftrag sensibles und auf-merksames Verhalten anderen entgegenzubringen und die Kommunika-tionselemente bewusst werden zu lassen, sind mir dabei nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Es gab Zeit und Raum für die eigenen Erlebnisse.

Das Mitteilen von Erlebtem war für die einzelnen Teilnehmer enorm wichtig. Genauso bedeutsam waren auch die Rückmeldungen und Resonanzen der anderen.
Bis dahin dachte ich immer, es brauche einen konkreten Anlass, um mich mit dem Sterben auseinanderzusetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich das anders.
Hilfreich bei der komplexen Thematik war für mich die positive Lernerfahrung, sich anderen Menschen zu öffnen, den Mut zu haben, sich schmerzhaften und traurigen Momenten im Leben zu stellen und sie zu zulassen.

Am Herzen liegt mir auch, Frau Leufgens-Semrau und Frau Hein in ihren Rollen als unsere Dozentin und Koordinatorin hervorzuheben.
Mit ihrer Fachlichkeit, mit ihrer Wertschätzung und mit ihrem hohen Einfühlungsvermögen haben sie dieses Grundseminar für mich zu einem unverzichtbaren und wertvollem Erlebnis werden lassen.

Auch wenn das Seminar schon eine ganze Weile zurück liegt, befinde ich mich nach wie vor „in Bewegung“. Auch wenn ich noch nicht so genau weiß, wo es hingeht, habe ich den Wunsch, mich weiter in der Hospizbewegung zu engagieren.

Ich möchte Ihnen mit diesem Artikel Mut machen, sich der Organisation und der damit verbundenen Thematik zu öffnen und Ihr Interesse für eines der nächsten Grundseminare wecken.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Seminars vom 18.02. – 27.05.2010 für ein intensives und gehaltvolles Miteinander bedanken.

Petra Heumann, September 2010
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