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Hospizbewegung-Hilden :: Nachrichten
Hospiz-Nachrichten Nr. 9 (2008)

Das Palliativ-Netzwerk im Kreis Mettmann (PN-ME)


Hospiz- und Palliativarbeit braucht Vernetzung. Niemand allein kann einem Palliativpatienten alles bieten; niemand allein kann schwerstkranken Menschen medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Unterstützung geben. Hospiz- und Palliativarbeit ist daher grundsätzlich ein Zusammenwirken unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen und Professionen. Die Möglichkeiten einer solchen ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung sind in unserer Region im europäischen Vergleich noch lange nicht annähernd ausgeschöpft.

Ziel des Palliativ-Netzwerkes im Kreis Mettmann ist es, die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen so zu verbessern, dass möglichst viele ihre letzten Lebenswochen und –tage in ihrer vertrauten Umgebung zuhause mit möglichst hoher Lebensqualität und in Würde verbringen können. Hierzu muss die vorhandene Versorgung besser koordiniert, qualifiziert und weiter entwickelt werden. Aus diesem Anliegen heraus haben sich seit 2006 Krankenhäuser, Palliativmediziner, Hausärzte, Pflegedienste, ambulante und stationäre Hospize, Seelsorger, psychosoziale Beratungseinrichtungen u.a. aus dem gesamten Kreisgebiet in einem offenen Netzwerk zusammengeschlossen.

Mit einer Rahmenvereinbarung verpflichten die Teilnehmer sich gegenseitig zu einer verbesserten Form der Überleitung, wenn ein Patient vom stationären in den ambulanten Bereich oder umgekehrt wechselt. Sie haben – zur Zeit nur Im Bereich Velbert, Ratingen und Wülfrath - einen palliativmedizinischen Hintergrunddienst für Notfälle nachts und am Wochenende sowie zur palliativmedizinischen Beratung der Hausärzte eingerichtet. In einem Qualitätszirkel treffen sich die Mitglieder regelmäßig zur Fortbildung und zum Austausch im St. Josef-Krankenhaus in Haan. Eine zentrale Koordinationsstelle im Franziskus-Hospiz Hochdahl ermöglicht die erforderliche Vernetzung und Kommunikation. Weiterbildungsmöglichkeiten in Palliative Care sind eingerichtet für Ärzte in Velbert und für Pflegekräfte in Erkrath-Hochdahl. Ein Beirat ist für die Weiterentwicklung des Netzwerkes verantwortlich; Sprecher sind zur Zeit Peter Beyfuss, niedergelassener Internist und Qualifizierter Palliativarzt in Velbert und Christoph Drolshagen, Geschäftsführer des Franziskus-Hospiz Hochdahl in Erkrath.

Dieses Netzwerk eignet sich als Rahmen für den Auf- und Ausbau der „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“, auf die gesetzlich versicherten Palliativpatienten seit dem 01.04.2007 durch eine Änderung im fünften Sozialgesetzbuch einen Rechtsanspruch haben.

Wir wollen mit dem Netzwerk einen Beitrag leisten, die Versorgung der Menschen zuhause zu verbessern. Dies soll nach Aussagen des Vorstandes des Hospiz- und Palliativverbandes NRW e.V. (ehemals LAG Hospiz) absoluten Vorrang vor der Ausweitung der in NRW bereits in ausreichendem Maß vorhandenen stationären Strukturen.

Ich vergleiche unser Palliativ-Netzwerk gerne mit dem Netz eines Akrobaten. Der Akrobat – der Patient, die Patientin – soll selbstbestimmt und verantwortlich seinen/ihren Weg gehen. Er/Sie soll dabei die Sicherheit haben, dass, wenn er/sie unsicher wird oder gar fällt, ein Netz bereit steht mit dem Ziel, den Weg bis zuletzt zu stützen.

Christoph Drolshagen,
Franziskus-Hospiz Hochdahl in Erkrath

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