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Hospizbewegung-Hilden :: Nachrichten
Festschrift

Stimme unserer Koordinatorin


Sterben ist Leben - Leben bis zum Tod

Mein Name ist Annemarie Hein. Ich bin gelernte Krankenschwester mit der Zusatzausbildung zur Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin.

Seit August 2007 arbeite ich als Koordinatorin bei der Hospizbewegung Hilden e.V. und bin Ansprechpartnerin für alle Fragen betreffs Beratung und Begleitung für schwer Erkrankte und deren Angehörige. Ebenfalls bin ich Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wenn Menschen bei uns Rat und Hilfe suchen, nehme ich zunächst einmal die Anfragen auf. Dann besuche ich die Kranken und ihre Angehörigen zuhause und versuche ihre individuellen Bedürfnisse zu erkennen und zu erfahren. Überdies versuche ich die pflegerische Situation einzuschätzen und bespreche mit den Betroffenen, welche Kooperationspartner unterstützend helfen können, bzw. ob ein Pflegedienst mit eingebunden werden sollte. Wir besprechen auch, welche pflegerischen Hilfsmittel den Alltag erleichtern und somit für den Erkrankten als auch die Angehörigen hilfreich sind.
Nach dem Besuch - oft auch schon während des Besuches - überlege ich, welche ehrenamtliche Mitarbeiterin oder welcher Mitarbeiter die Begleitung übernehmen könnte - wer am besten in die Familie und in diese Situation hineinpasst. Ich bespreche dies mit dem Ehrenamtler oder der Ehrenamtlerin. Bei einem Folgetermin mache ich beide Seiten miteinander bekannt.

Erstbesuche und die richtige Wahl der Begleitperson sind die Hauptaufgaben der Koordinatorin der Hospizbewegung. Diese Arbeit erfordert neben Fachkenntnis auch sehr viel Einfühlungsvermögen, aber ebenso die Fähigkeit, sich den Menschen ganz zuzuwenden, da sich diese alle in einer extrem schwierigen Lebenssituation befinden.

Voraussetzung für den Einsatz der ehrenamtlichen HospizhelferInnen sind deren umfangreiche Qualifikation und Weiterbildung. Diese wichtigen Voraussetzungen werden durch Seminare und Vorträge bei der Hospizbewegung Hilden geschaffen. Als Koordinatorin ist es mir wichtig, für die Ehrenamtlichen bei Fragen in den Begleitungen ansprechbar zu sein und sie in schwierigen Situationen zu stärken und ihnen zur Seite zu stehen.


Neben den Begleitungen und der Arbeit mit den Ehrenamtlichen gibt es auch noch viele administrative Arbeiten. Ich führe die Dokumentationen über die Begleitungen, bereite Veranstaltungen, Fortbildungen und Vorträge vor und organisiere sie. Dazu kommen eigene Fortbildungen. Ein fachlicher Austausch mit Kolleginnen der anderen Hospizdienste findet immer wieder statt. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wie Pflegediensten, Alten- und Pflegeheimen ist sehr wichtig. Jeden Mittwochnachmittag von 16 bis 18 Uhr besuche ich alle Stationen des St. Josefs Krankenhaus Hilden und frage nach, ob es dort Patienten oder Angehörige gibt, die Beratungs- oder Gesprächsbedarf haben.

Im Büro wird die Beratung zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten immer häufiger nachgefragt.

Der Kontakt zu den Menschen ist sehr intensiv und oft mit sehr viel Dankbarkeit verbunden. Die Menschen sind heute in einer gehetzten Zeit und auch die Kranken und deren Angehörige spüren, dass in unserer funktionalen Welt niemand Zeit hat oder gar zuhören kann oder mag. Das ist genau das, was wir von der Hospizbewegung aber tun. Wir schenken den Menschen unsere Zeit.

Ein Aspekt ist uns Mitarbeitern der Hospizbewegung besonders wichtig: Wir beschäftigen uns sehr viel mit dem Sterben und Sterbenden, trotzdem ist der Mittelpunkt unserer Arbeit ein anderer: Wir geben dem Leben bis zum letzten Moment einen Sinn und versuchen die Qualität des Lebens in der jeweiligen Situation zu verbessern. Wichtig ist der Mensch, was er braucht, was für ihn wichtig ist, was er noch klären möchte, was ihn bewegt und welche Gedanken ihn beschäftigen. In all diesen Fragen und Anliegen möchten wir ihn unterstützen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Arbeit der Hospizbewegungen mehr angenommen wird, dass der Tod nicht mehr als Tabu behandelt wird und dass die Menschen wieder mehr aufeinander zugehen können und auch bei Freunden und Nachbarn sich trauen, einfach da zu sein.

Annemarie Hein
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