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Hospizbewegung-Hilden :: Nachrichten
Hospiz-Nachrichten Nr. 18 (2013)

Die Palliativstation im Krankenhaus

In den letzten Heften haben wir einige grundsätzliche Begriffe der Palliativmedizin dargelegt.
In diesem Heft soll eher allgemein eine Palliativstation in einem großen Krankenhaus beschrieben werden, wobei die verbindende Klammer des Themas mit der Hospizbewegung die Einbindung ehrenamtlicher Unterstützer für Patienten und Angehörige ist.
Die Krankenhausträger können Kommunen, Kirchen, das Land oder auch privatwirtschaftliche Krankenhausunternehmen sein. In einem der nächsten Hefte werden wir auch konkrete Palliativstationen mit Fotos darstellen.

Für die Errichtung und Ausgestaltung der Einrichtungen ist die Definition der WHO (World-Health-Organisation = Welt-Gesundheits-Organisation) zur Palliativmedizin von großer Bedeutung. Sie bezeichnet die Palliativmedizin als einen "Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Verhindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, tadellose Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderer belastender Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art".
Dieser Ansatz geht weit über die inhaltliche Ausgestaltung von historischen Hospizen (=Herbergen) in der Vorgeschichte hinaus. In neuerer Zeit ist das St. Christopher Hospice in London, das im Jahre 1967 gegründet wurde, mit der WHO Definition eher im Einklang befindlich und hat die moderne Entwicklung auf dem Gebiet vorweggenommen.

In Deutschland gibt es seit gut 15 Jahren einen Anstieg der Einrichtungen, die sich dieser modernen Entwicklung ebenfalls verpflichtet sehen. Diese Entwicklung wird sich durch die Altersverteilung in der Bevölkerung und durch die gesetzliche Verankerung der Ansprüche todkranker und sterbender Menschen sicher noch ausweiten.

In den Krankenhäusern, die gemäß Bedarfsplanung des Landes NRW eine Palliativstation errichtet haben, gibt es in der Regel 8 bis 12 Betten in Einzelzimmern. Die Stationen haben einschließlich der leitenden Personen etwa 4 bis 6 Ärztinnen und Ärzte (manchmal auch mehr) sowie auch psychologisches Fachpersonal. Es gelten für die Pflege höhere Betreuungsrelationen als auf den normalen Stationen und die Notwendigkeit der Zusatzqualifikation als "Palliativ-Care-Fachkraft". Daneben verfügen die meisten Stationen über Zugriff auf Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger. Häufig sind auch Musik- und Kunsttherapeuten in die Betreuung eingebunden.

Die Ärzteschaft des Krankenhausträgers steht mit allen ihren Fachrichtungen für einen palliativmedizinischen Konsiliardienst (Konsil = patientenbezogene Beratung des behandelnden Arztes durch einen Facharzt) bereit.

Die Angehörigen haben umfangreiche Möglichkeiten die Patienten zu besuchen, sich mit ihnen zu beschäftigen und das Sterben bis hin zum Tod zu begleiten. Einige Palliativstationen bieten auch den Angehörigen professionelle Hilfe bei der Bewältigung dieser Lebensumstände an. Nahezu alle Träger legen großen Wert auf Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer, die sie auf die speziellen Anforderungen der Begleitung auch speziell ausbilden. Diese Weiterbildung verläuft meist ähnlich der, die von der Hospizbewegung Hilden für ihre Ehrenamtler angeboten und durchführt wird.

Die Palliativstation besteht in der Regel aus Einzelzimmern mit wohnlicher Zusatzmöblierung, damit Patienten und Angehörige in einer angenehmen Umgebung zusammenkommen können und verfügt – soweit es das Umfeld erlaubt und sie sich im Erdgeschoss befindet – über gartenähnlich gestaltete Außenanlagen. Die Sanitäreinrichtungen sind auf alle möglichen Behinderungen ausgerichtet und durchgängig großzügig dimensioniert. Es gibt häufig eine gut eingerichtete Küche, um den Angehörigen oder den Patienten die Möglichkeit zu geben, auch selbst Kleinigkeiten zuzubereiten.

Für den Abschied stehen auf der Palliativstation Räume zur Verfügung, die es ermöglichen, diese Zeiten der Sammlung und Trauer in Würde und Ruhe zu bewältigen.

Heiner Thormeyer
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